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5. Juni 2026  

LEADER: 35 Jahre Erfolg für ländlichen Raum sind in Gefahr

Zusammen mit weiteren Kommunalpolitiker*innen hat die grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden das LEADER-Projekt Herbsthausen in Gartow besucht – eines von vielen Beispielen, die mit Fördermitteln aus dem EU-Programm LEADER seit Jahrzehnten gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum unterstützen. Diese Gelder aus dem EU-Haushalt stehen nun auf dem Spiel. Und die Teilnehmer*innen des Termins fordern von der Bundesregierung, dass sie sich für den Erhalt einsetzen soll.

Die Menschen vor Ort kennen die Bedürfnisse ihrer Region am besten und entwickeln mit Unterstützung passgenaue Projekte. Allein in Deutschland werden jährlich rund 10.000 Projekte umgesetzt und 60 % der ländlichen Bevölkerung erreicht. In Lüchow-Dannenberg wurde so beispielsweise der Umbau des Museums Vietze oder die Markthalle Dannenberg finanziert, in der regionale Produkte vermarktet werden. Auch die Revitalisierung des historischen Sägewerks Herbsthausen in Gartow ist eines dieser Projekte.

Camillo Ritter, Miteigentümer des ehemaligen Sägewerks Herbsthausen: „Wir versuchen in Herbsthausen eine wirtschaftliche Nachnutzung mit sozialen, kulturellen und ideellen Ansprüchen zu vereinen. Dabei haben wir besonders den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Blick. Das LEADER-Programm und die Begleitung durch das Regionalmanagement sind enorm wichtig für Projekte wie dieses. So können mutige und innovative Ideen auf dem Land umgesetzt werden, die nicht bloß auf Rendite abzielen, sondern das Gemeinwohl im Blick haben. Kulturorte auf dem Land brauchen staatliche Unterstützung. Sie brauchen LEADER.“

Die Unterstützung für LEADER ist breit: ob Kommunale Spitzenverbände, Bauern- und Handwerksverbände, Kirchen und Sozialverbände sowie die vielen engagierten Menschen in den Dörfern und Kleinstädten. Sie alle befürchten, dass ausgerechnet dort, wo Förderung besonders nötig ist, LEADER-Mittel künftig fehlen könnten.

Christian Järnecke, Bürgermeister der Samtgemeinde Gartow: „Die Fortsetzung der LEADER-Förderung in der bisherigen Form ist für die Entwicklung des ländlichen Raumes von herausragender Bedeutung. Sie ermöglicht es uns, Projekte umzusetzen, die ohne diese Unterstützung oft nicht realisierbar wären. LEADER schafft Perspektiven vor Ort, stärkt den Zusammenhalt in unseren Dörfern und gibt den Menschen die Möglichkeit, ihre Heimat aktiv mitzugestalten. Der Erhalt dieser Förderung ist daher ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Region und für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum.“

Julia Verlinden MdB ergänzt: „Der ländliche Raum droht bei den Verhandlungen um den neuen EU-Haushalt ins Hintertreffen zu geraten. Viele Politikbereiche werden um weniger Mittel ringen – besonders betroffen wäre LEADER. Dieses niedrigschwellige Förderprogramm unterstützt konkrete Bedarfe vor Ort. In vielen Dörfern sind LEADER-Projekte sichtbar und ihr möglicher Wegfall hätte spürbare Folgen für die Gemeinschaft. Doch leider gibt es von der Bundesregierung bisher nur Lippenbekenntnisse zu LEADER und keinen sichtbaren und wirkungsvollen Einsatz dafür das Programm in seiner Einzigartigkeit fortzusetzen.“

Ellen Russow-Henning, Mitglied des Samtgemeinderats Gartow: „Jedes Jahr präsentiert sich die LEADER-Region Elbtalaue auf der Grünen Woche. Das unterstreicht die Bedeutung des Programms für uns vor Ort. Mir fehlt das Verständnis, warum vor Ort der Nutzen so hervorgehoben wird, sich CDU und SPD aber auf europäischer Ebene nicht für den Erhalt einsetzen!“

Foto (v.l.n.r.): Christian Järnecke, Magda Geldmacher, Ute Sander, Camillo Ritter, Susanne Karsthof, Matthias Gallei, Julia Verlinden MdB, Ellen Russow-Henning(Foto: Chenxi Zhong):

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