©Rainer Kurzeder

Vita

Verantwortung übernehmen für die Umwelt, für Klimaschutz und Generationengerechtigkeit – das motiviert mich schon seit meiner Jugend. Bei der Schülerzeitung, in Jugendgruppen von Umweltverbänden und in unterschiedlichen Funktionen bei den Grünen habe ich mein Engagement für eine bessere Welt seither eingebracht.

©Julia Verlinden

Wie ich grüne Themen für mich entdeckte

Warum ist der Regenwald wichtig? Wie können wir die Wale schützen? Wann schaltet Deutschland seine Atomkraftwerke ab? Solche Fragen haben mich bereits als Jugendliche beschäftigt. Als Reporterin für Umweltthemen bei der Schülerzeitung wollte ich allen deutlich machen, dass sich etwas ändern muss.

Ich fand es ungerecht, dass politische Entscheidungen oft dramatische Auswirkungen für Menschen haben, die sie nicht beeinflussen können – weil sie zu jung oder noch gar nicht geboren sind oder weil sie in anderen Teilen der Welt leben.

Projekt Weltrettung

Auf die vielen ökologischen Probleme nur hinzuweisen, war mir bald nicht mehr genug. Ich wollte etwas tun: Verantwortung für die Zukunft übernehmen, Zivilcourage zu zeigen. In den Jugendorganisationen von Greenpeace, NABU und BUND traf ich auf viele Gleichgesinnte.

Gemeinsam dachten wir uns Aktionen aus, organisierten Fahrraddemos für die Energiewende. Als wir das erste Mal mit einem großen Fahrradcorso über die Autobahn fuhren, war das ein fantastisches Gefühl: Wir können die Welt auf den Kopf stellen! Jetzt war ich mir sicher: Am Projekt Weltrettung bleibe ich dran.

©RAINER KURZEDER
©American Public Power Association/unsplash

Wenn Wechselstimmung ansteckt

Das Jahr 1998 war für mich ein Schlüsseljahr: In Lüneburg begann ich mit dem Studium der Umweltwissenschaften. Professorinnen und Professoren lieferten neue Einblicke in ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge und die Diskussionen mit Mitstudierenden schärften meine Positionen in politischen Fragen. Das Stichwort Generationengerechtigkeit wurde für mich greifbarer und wichtiger.

Zugleich herrschte Aufbruchstimmung, da die Grünen zum ersten Mal in eine Regierung eintraten. Wann, wenn nicht jetzt, konnten ökologische Fragen in den Fokus der Politik rücken? Ich ließ mich anstecken, trat in die grüne Partei ein und gründete mit Freund*innen die erste grüne Hochschulgruppe an der Lüneburger Universität. Ich wurde Mitglied im Landesvorstand der Grünen Jugend Niedersachsen und später im Parteivorstand. Auch aus Gründen der Gleichberechtigung passt die Partei perfekt zu mir: Die Hälfte der Macht ist hier für Frauen.

Aus dem Hörsaal in die Kommunalpolitik

Kommunalpolitische Verantwortung übernahm ich zuerst 2002 im Lüneburger Stadtrat, 2006 im Kreistag. Die Diskussionen in meinen Uni-Seminaren inspirierten mich zu Anträgen für die kommunale Politik. Bei meinen Reden im Kreistag konnte ich mit wissenschaftlichen Vorträgen allerdings häufig nicht überzeugen. So lernte ich viel über Kommunikation und Zuspitzung. Die Kunst der Übersetzung in einfache Botschaften ist für mich als promovierte Wissenschaftlerin, die auf Fakten, Argumente und Erkenntnisse schaut und vertraut, jeden Tag gefragt.

Windenergie
©JOHANNA MONTOYA/unsplash
©Rainer Kurzeder

Die richtige Politik für Mensch und Umwelt

Nachhaltigere Politik funktioniert in der Demokratie nur mit entsprechenden Mehrheiten. Ich unterhalte mich bei Veranstaltungen oder an Infoständen gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern: Was wünschen sie sich von grüner Politik? Zuspruch und konkrete Forderungen geben den richtigen Ansporn, um die Weltrettung im Großen wie im Kleinen voranzutreiben. Dazu trage ich übrigens auch ganz persönlich bei – als Ökostromkundin, Radfahrerin und Mitglied einer lokalen Gemüsegenossenschaft.

Nach neun Jahren Kommunalpolitik und neuen Erkenntnissen aus meinem Promotions-Forschungsprojekt bewarb ich mich 2013 als neue Kandidatin in Niedersachsen für den Deutschen Bundestag. Aus dem Stand holten wir in meinem Wahlkreis grüne Spitzenergebnisse.

Platz eins für Klima- und Umweltschutz

Seitdem lege ich gemeinsam mit meiner Fraktion den Finger immer wieder in die Wunde. Wir zeigen, wie man anders Politik machen kann – mit konkreten Vorschlägen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, einem echten Fracking-Verbot oder mit unserem Aktionsplan für eine faire und nachhaltige Energieversorgung im Gebäudebereich. In den Ausschüssen und im Parlament scheue ich keine Auseinandersetzung mit den Regierungsfraktionen, die allzu häufig auf der Bremse stehen. Gemeinsam kämpfen wir dafür, dass Grüne den Kurs der Bundesregierung wieder mitbestimmen. Denn bei Klima- und Umweltschutz haben wir keine Zeit mehr zu verlieren.

Ausführlicheres zu meinem Werdegang ist in meinem tabellarischen Lebenslauf zu finden.

Rede Bundestag Julia Verlinden

Lebenslauf

Mitgliedschaften und Ämter im Bundestag

In der 19. Wahlperiode (seit September 2017):

  • Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
  • Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
  • Vorstandsmitglied im fraktionsübergreifenden Parlamentskreis Energieeffizienz 

 

In der 18. Wahlperiode (Oktober 2013 bis September 2017):

  • Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
  • Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
  • Vorstandsmitglied im fraktionsübergreifenden Parlamentskreis Energieeffizienz

Beruflicher Werdegang +

seit Oktober 2013

Mitglied des Deutschen Bundestages

Jan – Okt 2013

Leiterin des Fachgebiets Energieeffizienz im Umweltbundesamt

Nov 2006 – Dez 2012

Wissenschaftliche Angestellte im Umweltbundesamt

Mai 2005 – Nov 2006

Kreisgeschäftsführerin Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Lüneburg

Ausbildung +

2008 – 2012

Promotion „Energieeffizienzpolitik als Beitrag zum Klimaschutz. Analyse der Umsetzung der EU-Gebäude-Richtlinie in Deutschland (Bereich Wohngebäude)“, Uni Lüneburg (Stipendium der Heinrich Böll Stiftung), Abschluss Dr. phil.

1998 – 2005

Studium Dipl.-Umweltwissenschaften, Leuphana Universität Lüneburg

Kommunalpolitik +

2006 – 2011

Abgeordnete im Kreistag Lüneburg

2002 – 2006

Ratsfrau im Stadtrat Lüneburg

Parteigremien +

seit Oktober 2016

Mitglied im Ortsvorstand Lüneburg

seit Oktober 2013

Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen

2005 – 2007

Mitglied im Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen