Stiftung Medien- und Onlinesucht hilft beim Umgang mit Medien

15. Juli 2014
von links: Katja Schaffer, Bernd Werner, Dr. Julia Verlinden, Sabine Brunke-Reubold

Mit Medienabhängigkeit, Computerspielsucht und Cybermobbing sowie einer Reihe weiterer Themen beschäftigt sich die gemeinnützige Stiftung Medien- und Onlinesucht in Lüneburg. Ich habe mir eines ihrer vielen Projekte angeschaut, das inklusive Mädchencafé face2face. Es bietet Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren einen Treffpunkt für Austausch und ein Lernfeld für den vernünftigen Umgang mit den Medien. Diese Altersgruppe wurde aufgrund der Ergebnisse der PINTA-Studie der Universitäten Greifswald und Lübeck gewählt, nach der sich gerade Mädchen in diesem Alter als besonders medienabhängig einschätzen. Zwischen acht und zehn Mädchen kommen regelmäßig nach der Schule ins Café und machen Hausaufgaben, spielen zusammen oder nehmen an Angeboten des Cafés teil, beispielsweise mit einem Künstler zusammen zu malen. Das Café bietet Raum, um einen vernünftigen Umgang mit den Medien zu erlernen und die Balance zu realweltlichen Tätigkeiten zu finden. Zudem spielt Inklusion eine wichtige Rolle.

Neben diesem Projekt bietet die Stiftung aber noch weitere Programme und Projekte an. So existieren Präventionsprogramme zu Mediensucht und Medien-AGs in Schulen, in denen Medienkompetenz vermittelt werden soll, aber auch Medientraining und schriftliche Ratgeber für Eltern, um diese für den Medienumgang ihrer Kinder zu sensibilisieren. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit einer juristischen Beratung. Die Stiftung hat unter der Adresse cyberhelp.eu kostenlos Lehrmaterial für LehrerInnen und PädagogInnen bereitgestellt und freut sich über deren Verbreitung.

Weitere Projekte, auch mit anderen europäischen Nationen, sind Plan C „Cybermobbing-Schau hin!“ (bereits heute ist europaweit jeder 5. Schüler Opfer von Mobbingattacken im Internet), in dem es ebenfalls um die Weiterbildung von Bildungspersonal geht. Und die Entwicklung einer Datenschutz-App, für die bereits im Rahmen von Erasmus+ ein Antrag an das EU-Parlament gestellt wurde. In dem Projekt Plan2.0 geht es um die Fortbildung von pädagogischem Personal, das auch mit den Eltern zusammen arbeitet.

Ich selbst empfinde die Tätigkeiten der Stiftung als äußerst spannend und notwendig, auch weil ich selbst lange Zeit in der politischen Bildung für junge Menschen tätig war und dort Medienkompetenz als einen wichtigen Baustein der Demokratie wahrgenommen habe. Bernd Werner, Mitgründer der Stiftung, ruft Menschen auf, sich bei Interesse, Problemen oder Kooperationsideen unbedingt und gerne an die Stiftung zu wenden. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten findet ihr auf der Website der Stiftung www.stiftung-medienundonlinesucht.de.