40 Jahre Tschernobyl – Atomkraft bleibt risikoreicher und teurer Irrweg

24. April 2026
©Mick De Paola/Unsplash

Am 26. April jährt sich der 40. Jahrestag der Atom-Katastrophe von Tschernobyl. Bis heute spüren Menschen und Natur die Folgen. Und obwohl es in Deutschland bis heute kein Endlager für den strahlenden Atommüll gibt, es Stimmen, die einen Widereinstieg in die teure und riskante Atomkraft fordern. Dazu erklärt Julia Verlinden:

„Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zog eine radioaktive Wolke über 14 Länder und verseuchte 40 Prozent von Europa. Spielplätze wurden geschlossen, Bauern waren verzweifelt und Verbraucher verunsichert. Und die Katastrophe mobilisierte die Bevölkerung gegen Atomkraft und für die Energiewende. Vier Jahrzehnte nach Tschernobyl ist die Gefahr nicht gebannt, sondern nur gealtert.

Aktuell reden Stimmen aus der Union und rechte Kräfte eine „Atom-Renaissance“ herbei. Sie ignorieren damit das nukleare Risiko, die wirtschaftliche Realität und jegliche sicherheitspolitische Vernunft. Atomkraft ist ein milliardenschweres Subventionsgrab, das uns Geld für den dringenden Ausbau von Netzen und Speichern raubt, geopolitisch an Russland bindet und Putins Kriegskasse füllt. Auch gegen hybride Angriffe und Kriegshandlungen ist kein AKW gewappnet. Echte Energieunabhängigkeit und bezahlbarer Strom entstehen nicht in Atomkraftwerken, sondern durch Wind- und Sonnenenergie. Insbesondere wenn unterschiedliche erneuerbare Energien gemeinsam genutzt werden, sinken die tatsächlichen Kosten beträchtlich, wie auch eine aktuelle Studie der Universität Aalborg in Dänemark belegt.

Der 2011 parteiübergreifend beschlossene und 2023 vollzogene Atomausstieg hat unser Land sicherer gemacht und rechnet sich. Jedes Prozent erneuerbare Energie in den Netzen macht uns in fossilen Energiekrisen, wie wir sie gerade abermals durchleben, unabhängig von Uran, Öl, Gas, Putin und Trump.“