Über mich

Verantwortung übernehmen für die Umwelt, für Klimaschutz und Generationengerechtigkeit - das treibt mich schon seit meiner Jugend an. Ob bei der Schülerzeitung, in Jugendgruppen von Umweltverbänden oder in unterschiedlichen Funktionen bei den Grünen: Mein politisches Engagement für eine bessere Welt zieht sich durch meinen Lebenslauf.

Wie ich grün wurde

Warum ist der Regenwald wichtig? Wie können wir die Wale schützen? Wann macht Deutschland seine Atomkraftwerke dicht? Solche Fragen haben mich als Jugendliche beschäftigt. Deshalb habe ich bei der Schülerzeitung über Umweltthemen berichtet. Stück für Stück setzte sich für mich zusammen, was es für eine bessere und gerechtere Welt zu tun gibt. Darüber habe ich mit allen geredet – meine Mitschülerinnen und Mitschüler wissen ein Lied davon zu singen.

Julia Verlinden Mitte der 90er Jahre beim Protest gegen das Atommüll-Zwischenlager AhausAls 1986 das Atomkraftwerk in Tschernobyl explodierte, war das für mich eine dramatische Bestätigung, wie dringend sich etwas ändern muss. Ich fand es zum Himmel schreiend ungerecht, dass politische Entscheidungen so dramatische Auswirkungen haben für Menschen, die noch gar nicht wählen können, weil sie zu jung oder noch gar nicht geboren sind oder weil sie in anderen Teilen der Welt leben.

Projekt Weltrettung

Auf die vielen ökologischen Probleme nur hinzuweisen, war mir bald nicht mehr genug. Ich wollte etwas tun: Verantwortung für die Zukunft übernehmen, Zivilcourage zu zeigen. Dieses Gefühl wurde besonders verstärkt, als in den 90er Jahren Unterkünfte für Geflüchtete brannten. Aber alleine ist Handeln besonders mühsam. So war es glückliche Fügung, dass ich auf Gleichgesinnte in den Jugendorganisationen von Greenpeace, NABU und BUND traf.

Gemeinsam dachten wir uns Aktionen aus, organisierten Fahrraddemos für die Energiewende. Als wir das erste Mal mit einem großen Fahrradcorso über die Autobahn fuhren, war das ein fantastisches Gefühl: Wir können die Welt auf den Kopf stellen! Jetzt war ich mir sicher: Am Projekt Weltrettung bleibe ich dran.

Wenn Wechselstimmung ansteckt

1998 war für mich ein Schlüsseljahr: In Lüneburg begann ich mit dem Studium der Umweltwissenschaften. Tolle Professorinnen und Professoren lieferten neue Einblicke in ökologische und gesellschaftliche Zusammenhänge und die Diskussionen mit Mitstudierenden schärften meine Positionen in politischen Fragen. Das Stichwort Generationengerechtigkeit wurde für mich greifbarer und noch wichtiger.

Wahlplakat der Grünen von 1998. Text: Atomausstieg nur mit unsZugleich kamen die Bundestagswahl und das Aus der lähmenden Kohl-Ära. Die Grünen traten erstmals in die Bundesregierung ein, es herrschte Aufbruchstimmung: Wann wenn nicht jetzt konnten ökologische Fragen in den Fokus der Politik gelangen? Ich ließ mich anstecken, trat in die grüne Partei ein und gründete mit Freund*innen die erste grüne Hochschulgruppe an der Lüneburger Universität. Ich wurde Mitglied im Landesvorstand der Grünen Jugend Niedersachsen und später im Parteivorstand. Auch aus Gründen der Gleichberechtigung passt die Partei perfekt zu mir: Die Hälfte der Macht für Frauen. Und Punkt.

Mit Ideen aus dem Hörsaal in die Kommunalpolitik

2002 zog ich als grüne Ratsfrau in den Lüneburger Stadtrat ein, 2006 in den Kreistag. Aus den Diskussionen und Argumenten in meinen Uni-Seminaren machte ich Anträge für die kommunale Politik – zum Beispiel warb ich dort für Energiespar-Contracting. Bei meinen Reden im Kreistag sah ich allerdings häufig Stirnrunzeln bei den älteren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Parteien. Mit wissenschaftlichen Vorträgen kam ich hier nicht weiter. So lernte ich viel über Kommunikation und Zuspitzung. Für mich als promovierte Wissenschaftlerin, die auf Fakten, Argumente und Erkenntnisse vertraut, ist die Kunst der Übersetzung in einfache Botschaften jeden Tag aufs Neue gefragt.

Die richtige Politik für Mensch und Umwelt

Auch meine mehrjährige Arbeit im Umweltbundesamt, zuletzt als Leiterin des Fachgebiets Energieeffizienz, haben meine Überzeugungen gestärkt und bestätigt: Es gibt konkrete Möglichkeiten, bessere und nachhaltigere Politik zu machen. Das geht in der Demokratie nur mit entsprechenden Mehrheiten. Dabei hilft es, bei den vielen Veranstaltungen oder auf dem Marktplatz mit Menschen zu sprechen: Was wünschen sie sich von grüner Politik? Zuspruch und konkrete Forderungen geben den richtigen Ansporn, um die Weltrettung im Großen wie im Kleinen voranzutreiben. Dazu will ich übrigens auch ganz persönlich beitragen – als Ökostromkundin, Radfahrerin und Käuferin von regionalen Produkten aus dem Bioladen.

Julia Verlinden bei einer ihrer ersten Reden im Deutschen BundestagNach neun Jahren Kommunalpolitik und neuen Erkenntnissen aus meinem Promotions-Forschungsprojekt wollte ich an die Rahmenbedingungen heran für das, was vor Ort umgesetzt werden kann. Und die werden bekanntlich in Berlin gemacht. Deshalb bewarb ich mich als neue Kandidatin in Niedersachsen. Aus dem Stand holten wir in meinem Wahlkreis grüne Spitzenergebnisse. So zog ich 2013 in den Bundestag ein. In einer meiner ersten Reden konnte ich dort gleich zu einem Herzensthema sprechen: der Energiewende in Bürgerhand – und wie wenig die schwarz-rote Regierung dafür tut.

Platz eins für Klima- und Umweltschutz

Als grüne Bundestagsfraktion haben wir von Anfang an den Finger in die Wunde gelegt. Und gezeigt, wie wir Grüne es besser machen wollen – mit konkreten Vorschlägen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, einem echten Fracking-Verbot oder mit unserem Aktionsplan Faire Wärme. In den Ausschüssen und im Parlament habe ich keine Auseinandersetzung mit den Regierungsfraktionen gescheut und stets für Klima- und Umweltschutz gekämpft.

Wir brauchen grüne Politik, denn es geht um nicht weniger als den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. 2017 trete ich deshalb als niedersächsische Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl an und kämpfe für ein zweistelliges grünes Ergebnis. Ich stehe für öko mit Biss, egal ob in der Regierung oder in der Opposition. Und ich lasse mich auch in Zukunft nicht mit einer bunten Verpackung abspeisen. Die Inhalte müssen stimmen. 

Ausführlicheres zu meinem Werdegang ist in meinem Lebenslauf zu finden.

URL:http://julia-verlinden.de/ueber-mich/